...dann hast Du nichts verstanden!

Manches Relativieren nervt! Nicht die Relativierung an sich, sondern das Unverständnis und die Ignoranz dem eigenen Empfinden gegenüber! Man macht sich Luft, zeigt Mut und legt die beschissenen Karten auf den Tisch und der andere wischt selbst offenbarend mit "also, das ist kein Problem - DAS ist ein Problem...!" alles vom Tisch, woran man knabbert und sich dabei fast die Zähne ausbeißt.

 

Umgekehrt kennen wir das auch: Das ewige Lamentieren des Gegenüber über scheinbar Nichts stellt unsere Geduld auf eine harte Probe. Man kann sich nicht vorstellen, dass die geschilderte Situation ein "echtes" Problem darstellt, eines, worüber sich das Gegenüber ernsthafte Gedanken macht. Man kommt zum Schluss: "Wenn ich nichts sehe, kann nur Nichts sein!" und um dem Gegenüber zu zeigen, was wir als Problem sehen, beschreiben wir unser "echtes" Problem. Eines, das wir verstehen und sehen können. Wir relativieren und stoßen dabei auf ein Gegenüber, wie in der ersten Situation beschrieben.

 

Natürlich können wir versuchen, jeweils den anderen davon zu überzeugen, dass das "Problem" ein "echtes" oder ein "unechtes" ist, indem man weiter erklärt und erklärt, tausend Gegenbeispiele bringt, in der Hoffnung, dass das Gegenüber endlich die eigene Sicht einnimmt. Das versuchen wir üblicherweise, bis wir resigniert, genervt, oft sogar zornig, dem Gegenüber Ignoranz, Empathielosigkeit, Hysterie und Einfältigkeit vorwerfen. Dabei liegt die Lösung so nahe: relativiere die Situation! Hohle dir ins Bewusstsein, dass Wahrnehmung immer höchstpersönlich ist! Wo für mich nichts ist, kann für dich etwas sein. Und nur weil du gerade nichts siehst, heißt es noch lange nicht, dass du blind bist!

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Kerstin Feirer

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