Jahreswechsel

Ich mag Listen. Darum will ich dieses Jahr mit einer beenden. Für mich selbst, als Ideenbringer. Um mich immer wieder mal daran zu erinnern, womit ich mich beschäftigen könnte, wird es in meinem Leben zu leise.

Ich will herausfinden, was ich will! Klingt einfach, ist es für mich aber nicht. Ich habe mich mein Leben lang dagegen gewehrt, mich auf mein Wollen zu fokussieren. Aus Angst, dabei etwas anderes zu versäumen. So mein bisheriges Denken. Nur um jetzt festzustellen, dass ich alles Mögliche erleben durfte, ohne, dass meine eigenen Bedürfnisse mit Zufriedenheit versorgt wurden.

Den tiefgreifenden Erlebnissen der letzten Monate möchte ich Bedeutung zuweisen. Ich will sie in mein momentanes Dasein integrieren, um das annehmen zu können, was das Leben eben auch für mich bereithielt: Freundschaft, Geduld, Mut, Gelassenheit, sehr viel Glück und die Fähigkeit, um die Art der Hilfe zu bitten, die ich auch annehmen kann.

Arbeit. Dazu wieder Kraft und die dazugehörende Kompromissbereitschaft zu finden, wird mich die nächsten Monate auf jeden Fall beschäftigen. Ich habe bisher viel Selbstwert daraus gezogen, mich regelrecht davon abhängig gemacht! Performance und Schmerzensgeld entschieden bisher darüber, wie wert ich mich fühlte. Ich denke, dieses Kapitel habe ich endgültig abgeschlossen. Tatsächlich freue ich mich auf den Moment, wenn die Arbeit nicht mehr darüber entscheidet, was ich in meinen Augen bin, sondern wie ich dadurch auch sein kann.

Ein bisschen Spaß muss sein! Was bedeutet, dass mein Ernst ein wenig Platz dafür machen muss. Konsum war meine kleine Wohlfühloase. Zu dem Preis, dass am Ende nur das Konto leer war, ohne mein Herz zu füllen. Lachen und die Leichtigkeit eines Moments will ich in mein Leben lassen. Ohne schlechtes Gewissen, all dem Schlimmen gegenüber, dem ich in diesen schönen Momenten keine Aufmerksamkeit schenke. Ich bin kein schlechter Mensch, mache ich mir ständig Gedanken und Sorgen! Ich bin ein Mensch, der auch seiner Freude am Leben nachgehen darf.

Ich habe versucht, mich der Liebe zu öffnen. Um festzustellen, dass ich wieder lieben will. Jemanden, der nicht mein Hund und nicht mein Kind ist. Eine andere Person in mein Leben zu lassen, wird tatsächlich Arbeit brauchen und nicht die Sehnsucht danach. Ich will es erleben und dafür muss ich der Liebe auch Raum geben. Den ich nicht hergeben will. Noch nicht. Ich sehe ein, dass ich hier noch Aufholbedarf habe. In Sachen Vertrauen, Toleranz und Akzeptanz. Meinen Perfektionismus werde ich also in den Liebesdingen fester an die Hand nehmen. Ich habe keine Kraft mehr, um perfekt zu sein. Ich will, so wie ich bin, perfekt für jemanden sein und dabei ich selbst bleiben dürfen.

Freundschaften, gerade jene, die sich in den letzten Monaten erneuert haben und die neu entstanden sind, waren meine Lebensversicherung. Diese Menschen haben mir durch ihr Dasein den Willen und den Mut gegeben, weiter nach vorne zu blicken. Es war nicht immer leicht – ich war nicht immer leicht und mit euch war es auch nicht immer leicht. Und zu merken, wie eingebettet man doch im Leben anderer ist, ließ mich endlich rasten. Durchatmen und ausruhen. Diesen Freundschaften will ich Zeit und Raum geben. Was ich bekommen habe, muss ich nicht zurückgeben. Ich will aber das geben, was gebraucht wird, um deren Leben auch lebens- und liebenswerter machen.

Ich glaube, ich kann den ersten Punkt auf meiner Liste schon abhaken:

Offenbar weiß ich doch ziemlich genau, was ich will. Ich starte also mit einem kleinen Erfolg ins neue Jahr und das fühlt sich richtig an. Mögen die Erfahrungen, die noch auf mich warten, nicht nur zur Lehre werden, sondern mir auch den Frieden bringen, den ich mir wünsche.


Jahreswechsel

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Handzeichnung signiert | 13 cm x 18 cm | schwarzer Rahmen

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