Dein Warenkorb ist gerade leer!

Blogmas Tag 18: Geschichten in Berührung
Die Einfachheit einer Geschichte sagt nichts über ihre Intensität aus. Manchmal liegt die Spannung gerade in der Klarheit, die einlädt, unmittelbar einzusteigen. Ohne Angst, sich im Wirrwarr der Handlung zu verlieren.
Das Leben unter die Lupe nehmen. Im Kleinen das Große entdecken. Das sind Momente, die fesseln können, wenn man bereit ist, sich emotional dort einzufinden, wo sich das Leben in seiner schlichten Form regt und sich langsam in seiner Vielfalt offenbart.
Der Reichtum an Gefühlen, verborgen in den stillsten Augenblicken, wird zum Zentrum der Betrachtung. Nicht die Handlung steht im Vordergrund, sondern die Nachvollziehbarkeit des Gefühlten.
Ich denke an den magischen Moment, der in der Berührung zweier Hände liegt. Eine alltägliche Geste, und doch voller Bedeutung. Sie zeigt, wie das Offensichtliche zur Geschichte wird. Die Hand, scheinbar banal, wird zum Symbol für alles, was das Leben ausmacht.
Ich beobachte die Hand einer Mutter, wie sie zärtlich die ihres Kindes hält. Das behütende „An-der-Hand-Führen“ wird zur Seilschaft. Aus ihr wächst die Freiheit, die Welt zu entdecken. Getragen durch die Sicherheit, nicht allein zu sein.
Ich beobachte die schüchterne Hand der Liebenden. Sie sucht Halt und Bestätigung zugleich. Ein zaghaftes Berühren, ein vorsichtiges Fragen: „Wo führt das hin?“ Die Unsicherheit spiegelt sich in der Geste, und doch ist sie ein Anfang.
Ich beobachte den Handschlag zweier Menschen. Eine Vereinbarung, ein Versprechen. Er besiegelt, was Worte nicht alleine tragen. Dieser Handschlag bedeutet Stärke, Vertrauen, nicht selten Dominanz. Auch das liegt in der Hand: Geben, Nehmen, Gleichgewicht oder ein Spiel um die Oberhand.
Ich beobachte schwache, alte Hände. Hände, die ein Leben lang gemacht, geliebt, getragen haben. Nun sind sie einander letzte Stütze. Die tröstende Hand zum Abschied. Die pflegende Hand, die in ihrer Geste Respekt ausdrückt, wenn Worte fehlen. Sie wird zum letzten Weg zur Verständigung über das, was war, ist und bleibt.
Das Leben liegt in unseren Händen. So manche Ergriffenheit ist nicht mehr als eine sanfte Berührung durch eine Hand. Ein Ausdruck, der kein Wort gebraucht.







