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Hallo Krise!
Ich will nicht sagen: Ich habe es gewusst.
Ich will sagen: Ich habe es erwartet. Schon vor Weihnachten. Aber was machen schon ein paar Wochen Unterschied, wenn sich das Drehbuch ohnehin abzeichnet? Und trotzdem bin ich überrascht. Nicht vom Geschehen, sondern davon, wie erwartbar es jetzt abläuft.
Worum es nicht geht: Es geht nicht ums Öl. Diese Vorstellung stammt aus dem letzten Jahrhundert. Damals, als Venezuela noch eine Rolle auf dem amerikanischen Ölmarkt spielte. Heute sieht das anders aus. Die USA sind führend in der Ölproduktion, es gibt keine Engpässe, und Venezuelas Förderanlagen sind in so schlechtem Zustand, dass sich ein Eingreifen wirtschaftlich kaum lohnen würde. Schon gar nicht, wenn man die Kosten eines militärischen Einsatzes einrechnet.
Es geht auch nicht um Drogen. Oder um einen Diktator. Oder um die Menschenrechte.
Worum es wirklich geht: Es geht um Macht. Genauer gesagt: um den drohenden Machtverlust von Mr. T, dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, der sich und den Rest seiner Gefolgschaft im Jahr 2026 erneut ins Spiel bringen will.
Im November stehen Kongresswahlen an. Die Prognosen sehen die Demokraten in der Mehrheit. Das bedeutet: weniger Spielraum für Trump. Um dem entgegenzuwirken, braucht es einen Anlass. Einen Aufreger. Einen Konflikt, der groß genug ist, um das Kriegsrecht auszurufen. Dann kann der Präsident handeln, ohne auf den Kongress Rücksicht nehmen zu müssen.
Dass nur der Kongress das Kriegsrecht ausrufen kann, interessiert Trump nicht. Er hat es trotzdem getan. Venezuela dient dabei als Bühne. Ein Krieg, der gerade gelegen kommt.
Neben dem politischen Kalkül gibt es wirtschaftliche Interessen. Seine Unterstützer stehen bereit. Es geht um Aufträge, um den Wiederaufbau, um marode Infrastruktur, um Häfen. Nicht um Öl. Nicht um Drogen. Und schon gar nicht um die Bevölkerung Venezuelas.
Warum uns das betrifft: Was wir erleben, ist der Beginn einer Krise, die sich schon lange angekündigt hat. Die Eskalation folgt dem Wahlkalender.
Und Europa? Beobachtet, zögert, zerstreitet sich. Teile des Kontinents agieren, als wären sie unbeteiligt. Das liegt auch daran, dass die russische Einflussnahme längst wirkt. Rechte Parteien wurden gestärkt, in Machtpositionen gebracht, und genau die tun jetzt das Erwartbare: sie bremsen, schwächen den Zusammenhalt und stellen nationale statt gemeinsame Interessen in den Vordergrund.
Es ist ein altes Spiel. Und die Rechnung geht auf. Für Putin, für Trump, für jene, die vom Chaos profitieren.
Fazit: Wir erleben keinen Kontrollverlust. Wir erleben einen Kontrollakt. Inszeniert von denen, die längst wissen, wie sie aus der Krise Gewinn schlagen. Und während manche noch diskutieren, teilen andere bereits auf, was von Bedeutung ist.





